Warum Zuarin?

Persönliches zu Zuarin

„Hier bin ich geboren, hier bin ich zu Haus“….

Mein ganzes Leben habe ich hier verbracht. Geliebt, geweint, gelacht und meine Tochter zur Welt gebracht. Ich war noch nie lange fort, sogar zwei Wochen Urlaub in der Ferne erwecken bei mir Heimweh, ich kann mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen irgendwann einmal woanders zu leben. Die Stadt mit ihrer Historie fasziniert mich genauso, wie das heutige Leben in der Landeshauptstadt.

Ich liebe Schwerin, Schwerin ist meine Heimat. Aus diesem Grund habe ich den „alten Namen Zuarin “ in meinem Zwingernamen mit aufgenommen, als Ehrerbietung und Dank an meine Heimat.

Kleine Geschichte der Stadt Schwerin
Bewegte Zeiten erlebte die Stadt Schwerin seit ihrer Gründung 1160 durch den Sachsenherzog Heinrich den Löwen. Vorausgegangen war die Eroberung des obodritischen Reiches und die Zerstörung der slawischen Burg Zuarin beim Rückzug der Heere des letzten Slawenfürsten Niklot vor den deutschen Eroberern. Der Name Zuarin, aus dem sich im Verlauf der Jahrhunderte der Stadtname »Schwerin« bildete, bedeutete soviel wie wald- und tierreiche Gegend und charakterisierte damit die Lage Schwerins.
Rasch entwickelte sich die Stadt, die mit dem Bischofssitz und der Weihe des von Heinrich gestifteten ersten Doms zum Zentrum der Christianisierung und Besiedlung des heutigen Mecklenburg wurde.
Ihre zentrale Funktion hat Schwerin als Residenz mecklenburgischer Regenten und später Landeshauptstadt bis heute behalten.
Für die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt zu Beginn ihrer Entwicklung sprach der ursprünglich große, zentrale Marktplatz, der erst später durch Bebauung des östlichen Teils, des heutigen Schlachtermarkts, auf den heutigen altstädtischen Markt beschränkt wurde.
Befestigt war die Stadt zunächst durch „Planken“, eine hölzerne Brustwehr, die im 13. Jahrhundert durch eine Stadtmauer ersetzt wurden. Vor allem aber war Schwerin durch Wasser und Moor begrenzt: nach Osten vom Schweriner See und nach Westen vom heutigen Pfaffenteich, der zur Zeit der Stadtgründung durch den Mühlenstau der Grafenmühle entstand und sich ursprünglich bis zur heutigen Schlossstraße erstreckte.

Der Ausbau zur repräsentativen Residenzstadt erlebte Schwerin im 16. Jahrhundert. Herzog Johann Albrecht I. ließ für die mittelalterliche Burg ein Renaissanceschloß errichten, konzentrierte die Landesverwaltung in Schwerin und führte mit dem Aufbau einer Bibliothek, der Gründung eines Orchesters und der Einrichtung von Schulen in eine kulturelle und wissenschaftliche Blüte herbei.

Schwerin war nun zwar politisches und kulturelles Zentrum, aber seit dem Mittelalter nur wenig gewachsen. Fünf große Stadtbrände zwischen 1531 und 1697 hatten die Altstadt mehrfach verheerend getroffen, aber auch die am nördlichen Stadtrand angrenzende Siedlung auf der Schelfe. Auch der Dreißigjährige Krieg dezimierte die Bevölkerung der Stadt erheblich und ruinierte die Wirtschaft im ganzen Herzogtum Mecklenburg. So war die Ende Zahl der Einwohner am Ende des 18. Jahrhunderts gerade mal auf etwa 3.500 angestiegen.
Für ein wirtschaftliches Zentrum waren die Handelswege weit entfernt. Der Versuch, durch einen Kanal eine schiffbare Verbindung von der Elbe über den Schweriner See herzustellen und die Stadt damit an das internationale Handelsnetz der Hanse anzuschließen, brachte nicht den gewünschten Erfolg.
Der per herzoglichem Dekret angeordnete und geplante Ausbau der Schelfe zur Stadt ab 1705 sollte der wirtschaftlichen Belebung dienen. Ziel war „Tüchtige Handwerker und Manufacturiers wohnhaft zu machen; auch Kauf- und Handels-Leute sowohl von Einheimischen als Fremden dahin zu ziehen …“.
Nach einem detaillierten Bebauungsplan und mit großzügiger Förderung der Ansiedlung entstand dort eine eigenständige Stadt um die St. Nikolai- Kirche (Schelfkirche) und den Schelfmarkt, die ihre Selbstständigkeit bis zum Zusammenschluss mit der Altstadt 1832 behielt. Eine zusätzliche Belastung für die Stadt und ihre Bürger stellte die Verlegung der Residenz nach Ludwigslust ab 1756 dar. Die Befreiung von der napoleonischen Besetzung und beginnendes bürgerliches Selbstbewusstsein beförderten zu Beginn des 19. Jahrhunderts mehr und mehr einen Aufschwung der Stadt. Der Zusammenschluss von Alt- und Neustadt und besonders die Rückkehr des Hofes 1837 nach Schwerin beförderte den Ausbau Schwerins zu einer repräsentativen Residenz. Die Einwohnerzahl verzehnfachte sich nahezu in diesem Jahrhundert. Allgemeines Bevölkerungswachstum, Landflucht und beginnende Industrialisierung zogen immer mehr Menschen in die Stadt.

Schwerin dehnte sich mit der Paulstadt und der Feldstadt nach Westen aus. Das Bild der Altstadt änderte sich gänzlich: In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss um- und neugebaut, repräsentative Regierungsgebäude entstanden, das Rathaus bekam seine heutige Fassade und die Pfaffenteichufer wurden als Allee gesäumte Promenaden gestaltet.

Dem Anschluss an das Eisenbahnnetz 1847 folgten die ersten größeren gewerblichen Unternehmen. Trotzdem entwickelte sich Schwerin nicht zu einer bedeutenden Industriestadt, handwerklich produzierende Kleinbetriebe dominierten die Wirtschaftsstruktur. Einige Fabriken erlangten dennoch überregionalen, teils sogar internationalen Ruf: die Pianofabrik Perzina, die Maschinenfabrik Brandt und zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Focker- Flugzeugwerke.

Nach der Novemberrevolution 1918 und der Abdankung des Großherzogs wurde Mecklenburg Freistaat. Schwerin blieb Hauptstadt und Regierungssitz. Durch Eingemeindungen zahlreicher Dörfer vergrößerte die Stadt zwischen 1917 und 1936 ihr Territorium auf die heutige Größe.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten erhielt Schwerin den Status der Gauhauptstadt. Wie in anderen Städten wurde auch die Schweriner jüdische Bevölkerung bis 1942 vertrieben oder zur Vernichtung in die Konzentrationslager gebracht.
Die Pläne der Nazis, der Innenstadt mit einem überdimensionierten Rathaus, einer breiten Straßenschneise und Aufmarschplätzen Gewalt anzutun, scheiterten an den fehlenden Mitteln und am vom Zaun gebrochenen 2. Weltkrieg. Von Luftangriffen blieb Schwerin weites gehend verschont. Lediglich im südwestlichen Bereich der Feldstadt gingen Bomben nieder.
Am 2. Mai 1945 wurde Schwerin von amerikanischen Truppen besetzt, die einen Monat später von britischem Militär abgelöst wurden. Am 1. Juli schließlich kam die Sowjetische Armee in die Stadt und errichtete hier die Militärverwaltung für Mecklenburg.

Auszug von Norbert Credè, Stadtgeschichtsmuseum